Jahreshauptversammlung 2018 - Bericht

Die Afrikanische Schweinepest war das zentrale Thema...

Erstellt am 15.04.2018

Jägerschaft bei der Schwarzwildbejagung gefragt wie nie zuvor

Bei der Jahreshauptversammlung der Badischen Jäger Lörrach e.V., die am Freitag in der Altrheinhalle in Weil-Märkt stattfand, gab es ein wiederkehrendes Thema: die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Nicht nur FDP-Bundestagsabgeordneter Dr. Christoph Hoffmann erinnerte die rund 100 Jägerinnen und Jäger in seinem Grusswort an die drohende Seuchengefahr. Auch der Dezernent für Ländlichen Raum im Kreis Lörrach, Michael Kauffmann, meinte, die Jäger seien im Moment so gefragt wie nie zuvor. Die Politik habe die „etwas schwammige“ Forderung an die Jägerschaft herangetragen, im Rahmen der Seuchenprävention 70 Prozent der Schwarzwildpopulation zur Strecke zu bringen. Dazu müsse man die Wildschweinbestände aber erst einmal kennen. Obwohl noch keine konsolidierten Zahlen vorlägen, zeichne sich aber ab, dass die Jagdstrecke auf Wildschweine im Jagdjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr angestiegen sei. „ Die Jäger“, so Kauffmann, „können aber nur ein Teil der Problemlösung sein.“

Dies bestätigten auch die Leiterin des Fachbereichs Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Landratsamt, Dr. Alexandra Kostorz und Dr. Jürgen Werner, Leiter des Sachgebiets Tiergesundheit. Werner erläuterte in seinem Referat die Charakteristika der Afrikanischen Schweinepest, einer für den Menschen ungefährlichen Viruserkrankung, die aber Haus- und Wildschweine binnen zwei Wochen nach Befall tötet. Die Seuche breitet sich seit einigen Jahren aus Osteuropa kommend aus und kann jederzeit überall ausbrechen. Die Viren sind extrem widerstandsfähig und überleben beispielsweise über längere Zeiträume in Schweinefleischerzeugnissen. Deshalb laufen im Moment Aufklärungskampagnen für LKW-Fahrer und für Saisonarbeitskräfte, die darüber informiert werden, dass keinesfalls Fleisch- oder Wurstreste achtlos weggeworfen werden dürfen, da sie sonst von Wildschweinen aufgenommen werden könnten. Werner appellierte an die Jäger und an die Bevölkerung, Totfunde von Wildschweinen umgehend beim Landratsamt oder der Polizei zu melden, um der Ausbreitung der Seuche Herr zu werden.

Kreisjägermeister Dietrich Brombacher forderte die Jägerschaft auf, die im Rahmen der Seuchenbekämpfung ausgesetzte Schonzeit für Schwarzwild im März und April zu nutzen und verstärkt Wildschweine zu bejagen. In seinem Bericht hob der Vorsitzende der Jägervereinigung, die insgesamt 789 Mitglieder zählt, weitere wichtige Themen des vergangenen Jagdjahres hervor. Dazu zählen zum Beispiel die Genehmigung der Fütterungskonzeptionen für Rehwild in einigen Hochlagenrevieren des Landkreises oder die erfolgreiche Arbeit der Hegegemeinschaften zum Schutz des Niederwilds. Brombacher streifte auch die Themen „Luchs“ und „Wolf“, beide bereits mehrfach im Land bestätigt, und schloss sich der Position der Jagdverbände auf Bundes- und Landesebene an, dass der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen werden muss. In den meisten anderen europäischen Länder wird der Wolf längst durch jährliche  Abschusslizensen reguliert, bei mehrheitlich geringeren Beständen als in Deutschland.

Zum Thema nachhaltige Nutzung von Raubwild wie Fuchs, Marder oder Waschbär referierte Frederik Daniels, Leiter der Fellwechsel GmbH, einem Gemeinschaftsprojekt zur Verwertung von Raubwildbälgen des Landesjagdverbandes und des deutschen Jagdverbandes.

Nach dem Bericht des Kreisjägermeisters, des Schatzmeisters Thomas Vogl und der Kassenprüfer erteilte die Versammlung dem Kassier sowie dem Gesamtvorstand Entlastung. Mit musikalischer Umrahmung durch die Bläser des Kreisvereins sowie der Dinkelberger Jagdhornbläser nahm die Vereinsspitze Ehrungen von langjährigen Mitgliedern vor (siehe Infobox). Eine besondere Auszeichnung erfuhr Roland Heller, langjähriger Hegeringleiter des Hegerings Dinkelberg, Beisitzer im geschäftsführenden Vorstand der Badischen Jäger Lörrach sowie begeisterter Jäger und Jagdausbilder, der schon unzählige Jungjägerinnen und Jungjäger sachkundig an die Jagd herangeführt hat. Für seine Verdienste erhielt er die Ehrennadel in Gold des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg.

Badische Jäger Lörrach e.V. ehren langjährige Mitglieder

25 Jahre
Rudolf Büchelin, Roland Fischer, Egbert Franke, Eva Graf, Frank Maurer, Werner Müller, Peter Prick, Karlheinz Schlozer und Dr. Wolfgang Weber

40 Jahre
Paul Bareiter, Manfred Brätschkus, Max Bühler, Roland Heller, Karl Hummel, Max Renkawitz, und Hermann Sattler

50 Jahre
Egon Barbisch, Günter Krumm, Werner Längin, Wolf Pfanstiel, Dr. Freiherr Georg von Schönau und Siegfried Siegel

60 Jahre
Heinz Reinacher und Kurt Sattler


Ehrungen bei den Jagdhornbläser

20 Jahre – Christoph Scholz
10 Jahre – Johannes Härle

Claudia Kamensky (Text und Bilder)

Erstellt am 15.04.2018
Zurück zur Übersicht