Lernort Natur beim Schwarzwaldverein

Eine 25-köpfige Truppe des Schwarzwaldverein Schopfheim wandert mit der Jägerin ...

Erstellt am 29.04.2019

Lernort Natur beim Schwarzwaldverein 

Wenn eine 25-köpfige Wandergruppe mit Kindern ab 3 Jahre, festem Schuhwerk, wettergerechter Kleidung und ohne Klagen über die Wetterkapriolen unterwegs ist, dann ist man beim Schwarzwaldverein in Schopfheim. „Wanderung mit Jägerin“ hieß die Ankündigung einer Veranstaltung mit Familie Spickermann. Während die Kinder noch überlegten, ob man den auf dem Weg aufgelesenen Regenwurm retten sollte (man einigte sich auf ein Ja, denn die Losung dieses Bodenbewohners stellt guten Boden dar) zeigte die Revierpächterin den mitunter schmalen Grat zwischen Freizeitdruck und naturnaher Land- und Waldbewirtschaftung auf, stellte Zusammenhänge zwischen Klimawandel und erhöhtem Borkenkäferaufkommen her und wies auf verschiedene Naturschutzmaßnahmen hin, die durch die Jäger vorgenommen werden. So stellt ein Zaun einen gröberen Eingriff in den Lebensraum der Wildtiere dar, als wenn man eine Forstkultur einzeln schützt, durch Gipfeltriebklemmen gegen Verbiss, durch Bestreichen und Metallklammern gegen Fegeschäden. Zwischen den einzeln geschützten Pflänzchen können die Wildtiere noch herumlaufen und die Pflänzchen äsen, die auf dem Boden wachsen. Dann muss man zwischen den Bäumchen auch nicht mähen.  

Zahllose handbemalte Nistkästen wurden eifrig auf ihre Bewohner untersucht, was eine Parallele zum Wildtiermonitoring, zu dem Jäger verpflichtet sind, darstellt. Und man wurde fündig! Es gab Gelege, brütende Vogelmamas und auch schon die ersten Küken, die den Beweis dafür lieferten, dass nicht alle Tierkinder niedlich aussehen, sondern manchmal wie Aliens. Und in dem Nistkasten mit dem Mauerwerkdekor hat ein Kleiber die Eingangsfugen flugs zubetoniert! Im XXL-Insektenhotel fanden sich Hinweise auf Mörtelwespen, Wildbienen und Florfliegen. 

Nach 2 ½ Stunden Wanderung wurde an der Johannishütte noch gemeinsam gegrillt, denn die Spickerjungs hatten angefeuert. Die Kinder konnten aus selbst gemachten Holunderperlen Schlüsselanhänger als Erinnerung mitnehmen. Ja und wo blieb das Lernort-Natur-Mobil? Dafür war gar keine Zeit mehr, deswegen sehen wir uns im Herbst wieder!  

Ihr seid eine tolle Gruppe, wir freuen uns jetzt schon drauf! 


Dr. Christine Spickermann (Text und Bilder)
Marita Sütterlin (Bilder)

Erstellt am 29.04.2019
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