Lernort Natur zu Besuch bei der 3. Klasse der Hebelschule Lörrach – Ein spannender Tag im Wald trotz Sommerhitze

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Jugendherberge wird zum Klassenzimmer – Wald als Erlebnis- und Lernort

Lörrach, 2. Juli 2025 – Trotz schweißtreibender Temperaturen machte sich die 3. Klasse auf den Weg in die Jugendherberge auf den Salzert – nicht nur zum Übernachten, sondern um den Wald ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Mit dabei: das Projekt Lernort Natur, das Kindern spannende Einblicke in die heimische Tier- und Pflanzenwelt bietet.

Von Beginn an zeigte sich: Die Schülerinnen und Schüler waren nicht nur bestens vorbereitet, sondern auch überaus wissbegierig. Schon bei den ersten Fragen rund um den Wald sprudelten die Antworten nur so heraus. „Die Kinder wussten enorm viel“, lobte die betreuende Jägerin – und das Interesse hielt den ganzen Tag über an.

Jäger – mehr als nur Wildbeobachter

Ein zentrales Thema war die Rolle der Jäger im Ökosystem Wald. Dass es dabei nicht nur ums Jagen geht, wurde schnell klar. Besonders spannend: die Rehkitzrettung. Mithilfe einer Wärmebilddrohne wird im Frühjahr vor der Mahd nach versteckten Rehkitzen im hohen Gras gesucht. Und tatsächlich – auf dem Feld gab es einen Fund! War es ein echtes Kitz? Nein – zur großen Erheiterung (oder doch eher Enttäuschung?) aller entpuppte sich das vermeintliche Wildtier als verkleideter Dackel.

Spuren des Menschen im Lebensraum Wald

Doch neben den spannenden Einblicken wurde auch deutlich: Der Wald ist ein zunehmend belasteter Lebensraum. Das Wild wird immer weiter zurückgedrängt – durch stetig wachsenden Freizeitdruck. Ein Mountainbike-Trail durchschneidet die einst geschützten Dickungen, die Finnenbahn führt direkt an Rückzugsorten vorbei – Ruhezeiten für Tiere werden immer seltener.

Dazu kommen freilaufende Hunde, querfeldein reitende Pferde und Müll, der achtlos zurückgelassen wird. 

Dass das Wild sich zunehmend zurückzieht, zeigte sich deutlich: Die Kirrung wurde kaum noch angenommen. „Man merkt deutlich, dass das Wild nicht mehr kommt. Es ist zu laut, zu hektisch, zu unruhig“, erklärte der Jäger eindrücklich.

Und ein geplanter Besuch auf dem Hochsitz? Der fiel aus – dort hatte ein Siebenschläfer sein Nest gebaut. Im Winter dient es dem Winterschlaf, jetzt der Aufzucht der Jungen. Naturschutz hautnah.

Naturschutz durch Rücksicht – und aktive Gestaltung

Ein zentrales Anliegen des Tages war deshalb auch: Rücksichtnahme. Hunde bitte anleinen, nicht querfeldein laufen oder fahren, und den eigenen Müll wieder mitnehmen – nur so kann der Wald ein Zuhause für Mensch und Tier bleiben.

Die Jägerinnen und Jäger setzen sich im Rahmen ihrer Hegemaßnahmen dafür ein, alternative Rückzugsräume zu schaffen. Doch das allein reicht nicht, wenn der menschliche Druck weiter zunimmt. Der Schutz des Waldes und seiner Bewohner ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Zum Abschluss: Bau eines Insektenhotels für die kleinsten Waldbewohner

Echte Wildtiere gab es zwar nicht zu sehen – doch mithilfe von Tieraufstellern, Präparaten und Fellen, die angefasst werden durften, wurde es trotzdem anschaulich. Nach einer wohlverdienten Mittagsvesper wartete ein weiterer Höhepunkt: der Bau eines Insektenhotels. Mit viel Begeisterung griffen die Kinder zu Akkuschrauber, Hammer und Schmirgelpapier. Aus Rinde, Zapfen, Zweigen und anderen Naturmaterialien, die den Tag über gesammelt wurden, entstanden wunderschöne kleine Häuschen – ein Beitrag zum Artenschutz, auch im eigenen Garten.

Am Ende des Tages war allen klar: Der Wald ist nicht nur schön, sondern auch verletzlich. Und wer ihn verstehen will, muss lernen, auf seine stillen Bewohner Rücksicht zu nehmen.

Ein grosses Dankeschön

Ein herzliches Dankeschön an den Erlebniskletterwald Lörrach, dessen schattige Plätze und sanitären Anlagen wir für das Nachmittagsprogramm nutzen durften, an Thomas Priem, der uns sein Revier zur Verfügung stellte – und vor allem an Harry Schorr, der uns mit grosser Leidenschaft von der Planung bis zur Durchführung unterstützt und begleitet hat. Ohne diesen Einsatz wäre dieser erlebnisreiche Tag so nicht möglich gewesen.